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Im Clip: "Nicht schön, aber selten" - so feiern die Coaches Weihnachten

Was hört Coach Johannes Oerding zu Weihnachten und welchen Song hat er von seiner Playlist verbannt? Wird im Hause Oerding überhaupt gesungen? Das und mehr liest du hier im Interview. 

Weihnachts-Interview mit Johannes Oerding

Welche Songs dürfen in diesem Jahr nicht auf deiner Playlist fehlen?

Johannes Oerding: Meine Songs 2021: Schon ein bisschen älter, aber es ist "Peaches" von Justin Bieber, Shirin David mit "Lieben wir" und Sam Fender mit "Seventeen Going Under".

Was ist mit Weihnachtssongs?

Im Gegensatz zu vielen anderen Menschen bin ich eigentlich jemand, der "Last Christmas" auch wirklich mag. Ich mag auch "Driving Home For Christmas" von Chris Rea, schöner Song. Ich habe mir letztes Jahr eine komplette Playlist heruntergeladen mit 400 Weihnachtssongs und die läuft dann manchmal einfach so durch. Also alles von Bing Crosby (singt): "I'm Dreaming Of A White Christmas" bis hin zu (singt): "Rudolph, The Red-Nosed Reindeer" – also, es ist wirklich ein bunter Mix.

Gibt es auch Lieder, die du gar nicht mehr hören kannst?

Ja, ich hasse diesen Song von Mariah Carey (singt): "All I Want for Christmas Is You". Das ist für mich so eine Ausgeburt an Kommerzialität. Da ist alles drin, was Weihnachten ausmacht, mit Gebimmel und Geklingel. Und nein, das ist Schrott.

Und wie ist es an Weihnachten aus: Singst du selbst?

Wenn ich bei meiner Familie bin, dann wird da auch gesungen, das gehört für uns dazu. Da muss gesungen werden und das finde ich auch ein schönes Ritual, eine schöne Tradition, die wir hier haben. Und da bin ich dann natürlich auch ganz vorne mit dabei, begleite noch mit Gitarre und singe mit. Früher war das immer noch ein bisschen peinlich als Jugendlicher. Da standst du daneben und: "Boah, kann ich nicht endlich Geschenke auspacken?" Aber mittlerweile ist das wirklich einfach schön, mit der Familie zusammen zu singen. Wenn ich aber alleine zu Hause bin, dann bin ich echt so Grinch-mäßig unterwegs. Ich bin also kein Weihnachtstyp. Ich hatte nicht einmal einen Weihnachtsbaum zu Hause.

Was für Traditionen gibt es an Weihnachten im Hause Oerding?

Im Hause Johannes Oerding wird gar nicht Weihnachten gefeiert. Wenn ich allein bin, dann passiert gar nichts. Dann geht Weihnachten wie jeder normale Tag. Aber ich fahre natürlich zu meiner Familie und die zelebrieren das richtig. Das ist mit allen Kindern – mittlerweile acht Neffen und Nichten – ich habe vier Geschwister, eine riesige Family, alle feiern zusammen. Da müssen alle Kinder bis 18 Uhr weg sein, sich verstecken, damit alles aufgebaut werden kann. Dann gibt es die Glocke, die mein Vater läutet und dann kommen alle rein. Und dann wird sich aufgestellt, erst einmal gesungen. Der eine sagt ein Gedicht auf, der andere spielt Gitarre. Also jeder kriegt da seinen Slot zu seiner Performance. Und dann stürzen sich alle auf die Geschenke, das ist eine Tradition. Dann natürlich das Essen: Es hat Tradition bei uns, dass meine Mutter jedes Jahr droht: "Dieses Jahr gibt es nur Kartoffelsalat und Würstchen". Und am Ende gibt es aber richtig feudales Essen. Also immer mit Schweinelendchen und Rinderfilet, Tafelspitz, Kartoffelgratin, Reis, Nudeln, Spätzle, dies, das – alles vom Feinsten –, Rosenkohl. Meine Mutter – ich kenne sie jetzt seit 39 Jahren – sie hat es nicht ein Mal geschafft, Kartoffelsalat und Würstchen zu machen. Das ist gegen ihre Ehre.

Über welches Geschenk würdest du dich besonders freuen?

Das soll jetzt gar nicht so kokett klingen, aber mir sind wirklich Geschenke gar nicht so wichtig. Deshalb kann ich auch so schwer sagen, was ich mir wünsche. Ich werde immer wieder von meiner Mutter gefragt und ich sage: "Schenke mir doch einfach, wie jedes Jahr, das Parfüm, das ich brauche, noch ein paar Socken und Unterhosen und gut ist, und Bettwäsche. Meine Mutter schenkt mir immer Bettwäsche. Das sind Dinge, die du dir als Junge nicht regelmäßig kaufst – kann man das so sagen? Ich glaube, ich spreche vielen Jungs aus der Seele. Vielleicht auch Mädels, ich weiß nicht. Aber da erinnert mich immer meine Mutter daran, dass man auch mal die Bettwäsche austauscht … Es gibt natürlich viele tolle Geschenke, die ich bekommen habe, an die ich mich gerne erinnere.

Welche Geschenke sind das denn?

Es gibt drei Geschenke, die ich nicht vergessen werde. Das erste war tatsächlich meine erste Gitarre, meine erste Konzertgitarre mit sieben. Die erste eigene Gitarre und nicht mehr die alte, ranzige von meinen Eltern. Das werde ich nie vergessen, das hat natürlich auch irgendwie mein Leben verändert. Und da ich ja auch immer an Weihnachten Geburtstag habe – nämlich am 26. Dezember, zwei Tage später –, bekam ich ein Geschenk, das zwar kein Weihnachtsgeschenk war, sondern ein Geburtstagsgeschenk, von meinem großen Bruder. Er hat sich die Mühe gemacht, alle Beatles-Platten von Schallplatte auf Kassette zu überspielen. Und dann hat er sie handbeschriftet, ganz toll, wie man das so macht, mit Kassetten früher. Wisst ihr überhaupt, was Kassetten sind? Das ist ein bisschen so, wie: der Opa erzählt vom Krieg. Und dann hat er mir acht Beatles-Kassetten vollbespielt überreicht und auch das hat einfach mein Leben verändert, denn das war für mich eine musikalische Grundausbildung. Und da ging es eigentlich los, dass ich gesagt habe: Ich möchte so wie die Beatles sein.

Auch ein geiles Geschenk war mein Führerschein. Warum? Ich habe am 26. Dezember Geburtstag. Da hatten alle Läden zu, aber ich hatte meinen Führerschein schon bestanden und wollte natürlich sofort an meinem Geburtstag den Führerschein haben, um fahren zu können. Aber da waren Feiertage und ich hätte ihn erst am 28. Dezember gekriegt. Ich war natürlich tieftraurig, weil man sich vorstellen muss: Dorfkind, Führerscheinticket in die Freiheit. Und meine Mutter, ich nenne sie seitdem auch nur noch Mafia-Mutter, hat es wirklich geschafft, die Behörden in unserem Dorf so zu bestechen, dass sie den Führerschein schon an dem Feiertag bekommen hat. Und der lag dann morgens auf meinem Geburtstagstisch. Das war natürlich ein absolutes Highlight.

Im Hinblick auf das Jahresende: Auf was freust du dich noch besonders?

Ich freue mich tatsächlich das erste Mal, dass ich länger in Berlin bin, weil wir "The Voice" drehen. Ich mache da keinen Hehl draus: Berlin ist nicht meine Stadt, aber ich bin jetzt hier und ich bleibe ein bisschen hier. Und die Stadt kann sich mir vorstellen. Die Stadt kann jetzt mal ein gutes Bild abgeben. Ansonsten verbringen wir jetzt viel Zeit hier mit den Coaches. Ich glaube, das wird echt eine schöne Klassenfahrt. Jetzt hier noch mal die nächsten Wochen mit den Talenten – da sind ja viele Highlights dabei. Musikalische Highlights, menschliche Geschichten, die wir hier erleben. Wir sehen also Menschen, die über sich hinauswachsen. Wir sehen natürlich auch Menschen, für die dann hier Schluss ist und die gehen. Also es sind dann auch schmerzvolle Momente, die dabei sind. Aber Fakt ist, es sind alles sehr emotionale Momente, und danach suche ich eigentlich immer: dass man emotionale Highlights hat.

Das Finale von "The Voice" siehst du am 19. Dezember um 20:15 Uhr in SAT.1. 

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